Die X-79 wird in vielen Ländern als Eintypklasse geführt. Solange ein Boot die Klassenvorschriften erfüllt, kann man vergütungsfrei gegeneinander segeln. In anderen Worten: Wer zuerst durchs Ziel
geht, hat gewonnen.
Leider gibt es nur noch sehr wenige Regatten, wo genügend X-79 zusammenkommen, um so gegeneinander zu segeln.
Deswegen gibt es Formeln, die erlauben mit ungleichen Booten gegeneinander anzutreten. Mit Korrekturfaktoren, die auf die gesegelte Zeit angewendet werden, sollen bauartbedingte Unterschiede ausgeglichen werden.
Yardstick
Die einfachste dieser in Deutschland üblichen Formeln ist Yardstick. Über viele Jahre hinweg wurde (und wird) auf Basis von realen Regattaergebnissen ein Rennwert für verschiedene Boote ermittelt
vergeben. Jedes Jahr gibt der deutsche Seglerverband eine aktuelle Tabelle mit den Yardstickzahlen heraus : https://www.dsv.org/segeln/seeregatten/yardstickzahlen/
In einzelnen Revieren gibt es lokale Rennwerte. Diese findet man unter:
https://www.dsv.org/segeln/seeregatten/yardstick/
Die X79 ist im Yardstick, anders als andere Boote, mit zwei verschiedenen Rennwerten zu finden. Boote ohne Seezaun (man nimmt an es gibt dann Ausreitgurte) sind schneller eingestuft. Bei voller
Crew von 4 Leuten entspricht dies auch tatsächlich der realen Performance.
Yardstick ist ein kostenfreies, empirisches, System!
ORC
Anders als der empirisch ermittelte Yardstickwert gibt es nach ORC Formeln/Rennwerte die laut
DSV auf „vollständiger Vermessung und Auswertung der wissenschaftlich erhobenen Parameter“ basieren.
In diese Formeln gehen sowohl die Daten von Rumpf und Rigg wie auch der einzelnen Segel ein. Es ist notwendig Segel bei Kauf oder nachträglich vermessen zu lassen. Man erkennt ein vermessenes
Segel am angebrachten blauen Knopf, jeder dieser Knöpfe hat eine Identifikationsnummer, und an einem Aufkleber mit Segeldaten.
Für eine den Klassenvorschriften entsprechende X-79 kann man einen Eintyp ORC Messbrief beantragen. Dieser ist billiger als ein ORC-Club Messbrief. Aber auch dieser Eintyp Messbrief muss jährlich
beim DSV kostenpflichtig erneuert werden. Das ORC ist eine internationale Organisation, die Formel wird jedes Jahr verfeinert.
Über diesen Link kommt man an den Antrag für den Eintyp Messbrief:
https://www.dsv.org/downloads/orc-club-antrag-2025/
ACHTUNG!!! Es ist nicht wirklich erklärt was für einen One Design Messbrief getan werden muss.
1. Auf Seite 1 ein Kreuz bei Sportboat/ OD machen
2. Nur die persönlichen Angaben und die ersten drei Zeilen auf Seite 2 ausfüllen. Alles andere nimmt der DSV aus dem existenten Datensatz.
3. Im Anschreiben an den DSV bestätigen, dass Boot, Rigg und Segel den Klassenvorschriften entsprechen.
Entspricht das Boot nicht den Klassenregeln muss man einen individuellen ORC Messbrief beantragen. Bei Änderungen am Rumpf ist dann eine physische Einzelvermessung notwendig. Sind nur Rig oder Segel außerhalb der Regeln kann man ORC Club beantragen indem mann den Fragebogen vollständig ausfüllt.
Weiter unten auf der Seite ist beispielhaft eine Datei mit dem OD Messbrief der Tunö als PDF angefügt.
Man kann direkt beim ORC nachschauen ob ein Boot aktuell einen Messbrief hat.
https://orc.org/sailors/active-certificates-database
Kontakt DSV
Abteilung Technik unter 040 632009-961/-64 oder unter [email protected]
Dansk Handicap (DH)
Jahrelang verlangten die Klassenregeln einen gültigen DH Messbrief als Beweis, dass ein Boot den Regeln entspricht, es war Voraussetzung zur Teilnahme an Klassenregatten. Diese Vorschrift wurde
aufgegeben. Allerdings braucht man so einen Messbrief um in Dänemark an Regatten teilnehmen zu dürfen.
Wegen der alten Klassenvorschrift gibt es für sehr viele X-79 eine Dansk Handicap Datei. Insgesamt sind 269 Boote gelistet. Hier kann man nachschauen:
https://websejler.dk/da/baade/1
Wenn man einen DH Messbrief möchte kann man sich unter [email protected] an den dänischen Verband wenden, die helfen gern. Wer kein Dänisch kann, Englisch funktioniert auch. Man bekommt dann einen Zugang zum System mit Login und kann sich dann später bei Bedarf einen Messbrief holen. Auch hier wird es jährlich erneuert, das Ganze läuft in Dänemark dann aber online ab. Man kann auch einige Jahre aussetzen.
