Beispiel. Quelle und Copyright John Mast
Die wesentliche Funktion des Baumniederholers ist auf allen Booten die Kontrolle des Twist im Großsegel. Je raumer der Kurs, desto weniger wirkt der Zug der Großschot auf das Achterliek. Der Baum steigt, das Segel twistet mehr oder weniger unkontrolliert. Es verliert Leistung. All dies lässt sich im Internet oder in Büchern nachlesen.
Was ist bei der X-79 spezifisch?
In Wikipedia steht „Wegen der hohen Segeltragzahl erfordert die X-79 eine aktive Segeltechnik um sicher gesegelt zu werden.
Die X-79 hat mit 5,3 eine verhältnismäßig hohe Segeltragzahl (Verhältnis Segelfläche zur Verdrängung). Konventionelle Boote um 8m liegen um 4.
Besonders bei Wind über 10 kn ist es (je nach Crewgewicht) notwendig das Großsegel an der Kreuz aktiv zu fahren um in Böen zu große Ruderausschläge (Bremswirkung!), oder gar ein aus dem Ruder laufen zu vermeiden. Das Boot ist so sensibel, dass oft nur die direkte Bedienung der Großschot bleibt, das Fahren des Travellers ist oft zu langsam. Allerdings nimmt ein deutliches Lösen der Schot auch sehr viel Vortrieb aus dem Groß. Hier kommt der Niederholer ins Spiel. Bei voll Power getrimmtem Groß wird er angesetzt. Wird nun die Schot gelöst geht der Baum nach Lee, aber nicht nach oben. So wird Druck aus dem Groß genommen ohne Speed einzubüßen.
Auf raumen Kursen dient der Baumniederholer ebenfalls zum Einstellen des Profils, bzw. vor dem Wind zur Erzeugung einer möglichst großen Projizierten
Segelfläche.
Hier ist allerdings irgendwann eine Grenze erreicht. Speziell unter Spi bei Wind! Irgendwann muss man die Güterabwägung zwischen viel Power und der Gefahr aus dem Ruder zu laufen ins Visier
nehmen. Ein gelöst gefahrener Baumniederholer gibt weniger Power, verringert aber die Neigung zum Sonnenschuß. Übung macht Meister.
Die Bedienleine des Baumniederholers wird in der Serienausstattung der X-79 mittig auf die
Lukengarage geführt und kann auch mit der Fallwinsch bedient werden. Übersetzungen von 1:8 sind üblich.
Führt man die holende Part seitlich neben die Luke auf das Seitendeck sollte man mindestens 1:16 untersetzen um den Niederholer aus der Hand dicht nehmen zu können.
Bewährte Baumniederholer Systeme auf der X-79
Es werden entweder „Kicker“
oder „weiche“ Taljensysteme gefahren. Klassische Kicker bestehen aus einem Teleskoprohr mit Anschlagpunkten an Baum und Mast. Sie werden über innen oder außen laufende Taljen bedient. Vorteil ist
die Abstützung des Baums nach dem Segelbergen, andirken entfällt. Nachteil ist die oft kleine Untersetzung und das Gewicht. Bei einer Talje ist es umgekehrt, beim Segelbergen fällt der Baum an
Deck, es ist Vorsicht geboten.
Taljensysteme:
Auch hier gibt es wieder 2 Möglichkeiten: Entweder man
benutzt eine Kaskade (Abb. 1), oder eine mehrfach geschorene Talje (Abb.2). Auch hier kann man auf den Klemmenblock der Lukengarage gehen oder die Option der seitlichen Bedienung
wählen.
Für die Taljen empfehlen sich gute handelsübliche kugelgelagerte Blöcke. Bruchlast beachten!
Bezugsquellen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):
Rodkicker gibt es von
Barton
John Mast
Seldén
Sogenannte Svivelbases oder "Klemmen mit Dreh-Basis" für die Montage auf dem Seitendeck gibt es von
Harken
Holt Allen
Ronstan
Viadana
Man kann anstelle der drehbar gelagerten Klemmen auch eine feste Lösung bestehend aus Leitösen oder -blöcken und Curryklemme wählen.
